





Ein beeindruckender menschlicher Trophäenkopf aus Andesit, Costa Rica, ca. 1000 - 1500 n. Chr
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Körperlose menschliche Köpfe sind in der präkolumbianischen Ikonographie Costa Ricas und der angrenzenden Gebiete Panamas allgegenwärtig. Berichte machen deutlich, dass indigene Völker es praktiziert haben, menschliche Köpfe als Trophäen mitzunehmen und zur Schau zu stellen. In diesem Beispiel aus Vulkanstein deuten die geschlossenen Augen und der schlaffe Mund auf den Tod hin, während die eng anliegende Kappe mit geometrischem Design möglicherweise aus Fasern besteht, da die Form auf gedrehte Schnüre oder ein rattanähnliches Material schließen lässt. Es wurde angenommen, dass die Erlangung von Trophäenköpfen das direkte Ergebnis der von Kriegern geführten Kriege um Territorien, materielle Ressourcen und/oder Führung war.
Es gab jedoch noch eine weitere wichtige Dimension der Kriegsführung – das Magische und das Übernatürliche, wobei die Enthauptung möglicherweise als notwendiges Übel zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen der Zauberei angesehen wurde (Hoopes 2007). Usekars (Zauberer) waren mächtige religiöse Praktizierende, die ihre Gemeinschaften gegen Zauberei verteidigten und selbst in der Lage waren, schädliche Zaubersprüche zu wirken. Noch im 19. Jahrhundert organisierten die Bribri-Usekars im Osten Costa Ricas aus Rache motivierte Raubzüge, um andere Zauberer zu töten und zu enthaupten. Ganz gleich, wie es zu Enthauptungen kam, die Verbreitung abgetrennter Köpfe in der antiken Kunst Costa Ricas weist in der Tat auf bestimmte Überzeugungen hin, dass der Kopf die Kraft habe, die Vitalität der größeren Familie des Individuums zu verringern und die des Kopfnehmers zu erhöhen.
vgl.: Hoopes, John W. „Zauberei und das Erobern von Trophäenköpfen im alten Costa Rica.“ INTERDISZIPLINÄRE BEITRÄGE ZUR ARCHÄOLOGIE, S. 444–480., doi:10.1007/978-0-387-48303-0_17.
Zustand: Intakt und insgesamt in ausgezeichnetem Zustand. Der Marmorsockel ist im Lieferumfang dieses Objekts enthalten.
Abmessungen: Länge: 4 1/2 Zoll (11,5 cm)
Provenienz: Mirtha Virginia de Perea (1929–2019), Privatsammlung costaricanischen Kunst. Frau de Perea verbrachte ihre gesamte 48-jährige Karriere bei der Botschaft von Costa Rica in Washington, D.C. und erlangte den Rang einer Kulturministerin, Beraterin und Konsulin, nachdem sie als Sekretärin angefangen hatte. Sie war eine engagierte Förderin der Künste, förderte im Laufe ihrer Karriere zahlreiche lokale Künstler und sponserte viele kulturelle Veranstaltungen. Sie trug auch eine beeindruckende Sammlung lateinamerikanischer Kunst zusammen. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1999 wurde sie US-amerikanische Staatsbürgerin und setzte ihre Unterstützung der Künste durch ihre Mitgliedschaft im Frauenkomitee der Washington National Opera und anderen lokalen Gruppen fort.
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