








Eine große phönizische Terrakotta-Statuette eines stehenden Jünglings, neuassyrische Periode, ca. 6. Jahrhundert v. Chr.
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Diese eindrucksvolle Terrakottafigur zeigt einen stehenden jungen Mann, der im hohen, schlanken Stil gearbeitet ist, der charakteristisch für die phönizische Skulptur der späten Eisenzeit ist. Die Figur steht frontal, ein Fuß ist vorgeschoben, die rechte Hand ist in einer Geste des Grußes, des Segens oder des Gebets erhoben, während der linke Arm im Ellbogen gebeugt ist, um einen wahrscheinlich Stab oder ein Ritualobjekt zu halten. Die technische Analyse deutet darauf hin, dass die Figur in separaten Abschnitten gefertigt wurde, wobei jede Komponente vor dem Brand zusammengefügt wurde, eine typische Methode zur Herstellung großer, hohler Terrakottaskulpturen in dieser Zeit. Die ruhigen Gesichtszüge, der lange Hals und die vereinfachte Behandlung des Körpers spiegeln den assyrischen Einfluss wider, der die phönizische Kunstproduktion während des 7. bis 6. Jahrhunderts v. Chr. prägte, zusammen mit ägyptischen Skulpturentraditionen, die durch levantinische Werkstätten vermittelt wurden.
Der Unterkörper ist in einem scheidenartigen Gewand bekleidet, das die Höhe und Präsenz der Figur betont, anstatt eine naturalistische Bewegung darzustellen. Die Größe dieser Figur ist bemerkenswert, da die meisten phönizischen Terrakotta-Votive erheblich kleiner sind. Exemplare dieser Größe wurden wahrscheinlich für architektonische oder kultische Zwecke hergestellt, möglicherweise als Tempelfiguren, Nischenskulpturen oder wichtige Andachtsaufträge. Die erhobene Hand, zusammen mit der langen nahöstlichen Tradition, Gläubige stehend darzustellen, deutet darauf hin, dass diese Figur als Votivgabe oder göttlicher Diener in einem rituellen Umfeld diente.
Neue Forschungen deuten darauf hin, dass diese Figurinen nicht als im Meer verlorene Ladung anzusehen sind, sondern über viele Jahrhunderte hinweg gezielt als Votivgaben im Mittelmeer deponiert wurden, um die Götter zu besänftigen und göttliche Gunst zu suchen. Einige Gelehrte haben ferner vorgeschlagen, dass solche Opfer als symbolische Ersatzmittel für die damals übliche Praxis des Kinderopfers gedient haben könnten. Während diese Interpretation Gegenstand laufender akademischer Diskussionen bleibt, veranschaulicht sie die breitere rituelle Bedeutung jenseits rein dekorativer oder utilitaristischer Rollen.
Aus dieser Perspektive betrachtet, erscheint die Figur sowohl als beeindruckendes Beispiel phönizischer Terrakottakunst als auch als Zeugnis der tiefgreifenden Andachtspraktiken, die durch das maritime Umfeld geprägt wurden. Ihre imposante Größe, ausdrucksstarke Geste und bemerkenswertes Überleben unterstreichen die symbolische Kraft, die diese Werke für die Gemeinschaften hatten, die sie in Auftrag gaben und verehrten. Auch heute noch strahlt die Skulptur Präsenz aus und dient als lebendiges Bindeglied zum rituellen Leben des östlichen Mittelmeers und dem dauerhaften Zusammenspiel zwischen Seefahrtskultur, religiösem Glauben und künstlerischem Ausdruck.
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Material: Terrakotta
Abmessungen: Höhe: 104,13 cm (41 Zoll)
Zustand: Wieder zusammengesetzt, mit Spuren von Seepocken durch Unterwasserlagerung. Der rechte Arm wieder angefügt und der Kopf repariert, ansonsten vollständig und insgesamt in sehr gutem Zustand. Präsentiert auf einem maßgefertigten Sockel.
Provenienz: Teil einer Gruppe phönizischer Terrakotten, die in den 1950er Jahren unter Wasser entdeckt wurden, ehemals Sammlung Marwan Shehab, Beirut, erworben von Asfar & Sarkis, Beirut, im Jahr 1964, danach in einer privaten Sammlung in Virginia, erworben von Royal Athena Galleries im Jahr 2012.
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