




Ein außergewöhnliches Paar Maya-Ohrpflöcke aus Jade, späte Präklassik – Klassik, ca. 200 – 600 n. Chr.
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Ein außergewöhnliches Paar von Ohrschmuck-Frontplatten, handgeschnitzt aus tief smaragdgrünem Jadeit und zu Hochglanz poliert. Jedes Stück weist in jeder Ecke ein kreisförmiges Motiv auf, das durch einen erhabenen Rand verbunden ist, der die große zentrale Öffnung umrahmt. Die Rückseite ist mit zwei kurzen, hervorstehenden Verlängerungen versehen, die jeweils mit kleinen Perforationen versehen sind, die dazu dienten, Aufhängeschnüre oder Gegengewichte hinter dem Ohrläppchen zu befestigen, um den Schmuck beim Tragen hinter dem Ohrläppchen zu sichern.
Solche Ohrschmuck-Frontplatten bildeten die sichtbare Seite aufwändiger Kompositschmuckstücke, die von hochrangigen Persönlichkeiten getragen wurden. Das Frontelement wurde in das Ohrläppchen eingesetzt, während Perlen oder Stifte hinter dem Ohr die gesamte Konstruktion stabilisierten. Der leuchtend grüne Jadeit wurde wegen seiner Seltenheit und seiner symbolischen Verbindung mit Fruchtbarkeit, Lebenskraft und göttlicher Macht geschätzt.
Im Maya-Denken wurden Öffnungen und Durchgänge, Höhlen, Löcher und Körperöffnungen als Portale zur übernatürlichen Welt betrachtet. Ohrschmuck stellte eine kleine Version dieser heiligen Tore dar: juwelenbesetzte Kanäle, die den Körper mit den göttlichen Reichen verbanden. Hieroglypheninschriften stellen sogar den Akt des Sterbens als eine Schlange dar, die in einen Ohrschmuck eindringt, was den Übergang der Seele symbolisiert. Der hohe Glanz, den die Maya-Lapidare erreichten, lässt Jade beim Anschlagen einen hellen, metallischen Klang von sich geben, ein seltener Klang in einer nicht-metallischen Kultur, der mit spiritueller Resonanz erfüllt ist. Das Tragen von Jade an den Ohren verwandelte das Hören selbst in eine heilige Erfahrung und kennzeichnete den Träger als einen von den Göttern Berührten.
Ein verwandtes Beispiel finden Sie unter der Inventarnummer 1989.314.15a, b des Metropolitan Museum of Art.
Medium: Jadeit
Maße: 2 x 2 Zoll (5,08 cm)
Zustand: Die Ohrschmuckstücke sind intakt und in ausgezeichnetem Zustand. Sie wurden auf einer maßgefertigten, museumsqualitätigen Halterung montiert.
Provenienz: Sammlung von Justin Kerr und Dicey Taylor, NYC. Erworben zwischen 1970 und den 1980er Jahren.
Justin Kerr (geb. 1934) ist ein amerikanischer Fotograf, Forscher und Kunsthistoriker, der vor allem für seine bahnbrechende Dokumentation antiker Maya-Keramiken und seine Beiträge zur Erforschung der Maya-Ikonographie bekannt ist.
Ursprünglich als Ingenieur ausgebildet, entwickelte Kerr in den 1960er Jahren eine Leidenschaft für präkolumbianische Kunst und begann, mit einer maßgefertigten zylindrischen Kamera zu experimentieren, die es ihm ermöglichte, Maya-Vasen in vollständigen 360°-Rollouts zu fotografieren. Diese Innovation revolutionierte die Maya-Studien, indem sie es Gelehrten ermöglichte, durchgehende erzählerische Szenen, die auf Keramikgefäße gemalt waren, so zu betrachten, wie es die alten Künstler beabsichtigt hatten.
Über mehrere Jahrzehnte hinweg erfasste Kerr systematisch Tausende von Maya-Vasen aus öffentlichen und privaten Sammlungen und stellte sie in der Maya Vase Database (oft als „Kerr Database“ bezeichnet) zusammen, die heute von der Foundation for the Advancement of Mesoamerican Studies, Inc. (FAMSI) gehostet wird. Seine Arbeit liefert einen unverzichtbaren visuellen Korpus für die Forschung an Maya-Kunst, -Schrift und -Mythologie.
Dicey Taylor (geb. 1946) ist Kunsthistorikerin und Kuratorin, die ausgiebig über alte amerikanische Kunst, insbesondere die der Maya, geschrieben hat. Als ehemalige Assistenzkuratorin am Metropolitan Museum of Art war sie Co-Kuratorin von The Blood of Kings: A New Interpretation of Maya Art (Kimbell Art Museum, 1986) und steuerte Aufsätze zu wichtigen Katalogen und akademischen Bänden über mesoamerikanische Kunst und Ikonographie bei. Taylors Forschung untersucht die sozialen, rituellen und symbolischen Funktionen der Maya-Bildkultur und kontextualisiert oft die von Kerrs Fotografie dokumentierten Bilder.
Gemeinsam haben Kerr und Taylor technische Innovation und kunsthistorische Wissenschaft miteinander verbunden, um die Raffinesse der Maya-Malerei und ihre mythologischen, politischen und zeremoniellen Bedeutungen zu beleuchten. Ihre Partnerschaft war grundlegend für die Gestaltung des modernen Verständnisses der Maya-Kunst der Klassik-Periode.
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