Ein costa-ricanisches Jadeit-Hybrid-Anhänger-Amulett, späte Formative bis frühe Klassik, ca. 300 - 500 n. Chr
PJ2158
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Dieser fein geschnitzte Anhänger stellt eine zusammengesetzte zoomorphe Figur dar, die Merkmale eines Gürteltiers und eines Vogels vereint, ausgeführt im abstrakten, kantigen Stil der Kunst der Großen Nicoya-Jade. Der kompakte, gepanzerte Körper, die abgerundete Schnauze und die aufrechte Haltung erinnern an das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus), ein nachtaktives Grabtier, das in Mittelamerika häufig vorkommt. Im Gegensatz dazu ähneln der prominente Schwanz, der erhöhte Kamm und die ausgestellten hinteren Elemente dem Gefieder von Vögeln, was auf eine bewusste ikonographische Vermischung hindeutet.
Solche Hybridfiguren waren in der präkolumbianischen Kunst Costa Ricas weit verbreitet, insbesondere in Jade, einem Material, das mit Fruchtbarkeit, Wasser und sozialem Prestige assoziiert wurde. Das Gürteltier, Symbol für Schutz, Erde und die Unterwelt, wird hier mit aviären Elementen kombiniert, die traditionell mit Himmel, Vision oder schamanischem Flug in Verbindung gebracht werden. Diese Dualität könnte eine liminale Transformation oder schamanische Kraft dargestellt haben, die Fähigkeit, sowohl irdische als auch spirituelle Bereiche zu navigieren.
Eine große bikonische Perforation durch den Rumpf deutet darauf hin, dass das Stück zum Aufhängen bestimmt war, höchstwahrscheinlich als Mittelstück einer zeremoniellen Halskette mit begleitenden Perlen aus Jade, Muschel oder anderen wertvollen Materialien getragen. Die Stilisierung und die Werkzeugspuren stimmen mit bekannten costa-ricanischen Jadebearbeitungstraditionen vom Spätformatikum bis zur Frühklassik überein. Anhänger wie dieser werden mit elitärem Status und rituellem Gebrauch in Verbindung gebracht und spiegeln die kulturelle Bedeutung von Jade als Symbol für Fruchtbarkeit, Macht und kosmische Regeneration wider.
Material: Blau/grüne Jade
Abmessungen: Höhe: 3 cm (1 1/4 Zoll)
Zustand: Intakt und insgesamt in sehr gutem Zustand.
Provenienz: Mirtha Virginia de Perea (1929 - 2019) Privatsammlung costa-ricanischer Kunst. Frau de Perea verbrachte ihre gesamte 48-jährige Karriere in der Botschaft Costa Ricas in Washington, D.C., wo sie von der Sekretärin zum Rang einer Kulturminister-Rätin und Konsulin aufstieg. Sie war eine engagierte Kunstmäzenin, förderte zahlreiche lokale Künstler und sponserte während ihrer gesamten Karriere viele kulturelle Veranstaltungen. Sie baute auch eine beeindruckende Sammlung lateinamerikanischer Kunst auf. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1999 wurde sie US-Bürgerin und setzte ihre Unterstützung der Künste durch ihre Mitgliedschaft im Frauenausschuss der Washington National Opera und anderen lokalen Gruppen fort.
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